Dachau - Auf den Spuren des Holocaust

Dachau - Auf den Spuren des Holocaust

Wir, die Schüler der Klassenstufe 9 und 10 der GMS Neubulach besuchten mit unseren Lehrern Frau Kollefrath, Herr Stoll und Herr Lochmüller die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau. Zuvor behandelten wir im Unterricht die Diskriminierung der Juden durch die Nationalsozialisten. Unser Ziel war es, einen echten Einblick in die Geschehnisse in einem KZ zu bekommen.

Vor dem eigentlichen Gefangenenlager erklärten uns die Referenten den Aufbau des Lagers. Dass Dachau als Ausbildungsort für spätere KZ - Kommandanten wie Rudolf Höß (Auschwitz) diente, war uns neu. Ein erstes komisches Gefühl stellte sich bei uns ein, als wir erfuhren, dass in der früheren Kommandozentrale des KZ, heutzutage die Bayrische Bereitschaftspolizei untergebracht ist.

Vor diesem Gebäude wurden die Häftlinge empfangen. Oftmals wurden sie dabei von SS-Männern auf brutalste Weise misshandelt und verprügelt. Aus Listen lässt sich ablesen, dass viele deshalb schon vor der eigentlichen Aufnahme in das KZ verstarben. Im sogenannten Schubraum wurden sie in Listen eingetragen und aufgenommen. Ab sofort waren sie nur noch eine Nummer. Ihre eigentliche Identität war ausgelöscht.

Durch das eiserne Tor mit der Inschrift „Arbeit macht frei“ gelangten wir auf den Apellplatz. Die Vorstellung, dass hier tausende Gefangene gequält und schikaniert wurden, machte uns nachdenklich. Die Menschen mussten bei jedem Wetter morgens und abends mehrere Stunden zum Zählen stehen. Damit die Anzahl stimmte, trugen die Gefangenen oft Verstorbene aus den Baracken auf den Platz. Eine falsche Anzahl wurde nicht akzeptiert und führte dazu, dass die Gefangenen tagelang stehen bleiben mussten. Viele starben dabei an Erschöpfung.

Auch wir gingen durch dieses Tor. Der Spruch diente als Motivation, war jedoch eine Lüge.
Niemand kam durch die Arbeit im KZ wieder frei.

Im Totenbuch von Dachau kann man heute etwas über die verstorbenen Häftlinge recherchieren. Über einfache Suchfunktionen fanden wir Menschen aus unserer Region, die in Dachau gestorben sind. Dass Menschen aus Calw in Dachau starben, brachte uns die Geschehnisse auch räumlich nahe.

Unvorstellbar, dass in Dachau in den letzten Jahren so viel Häftlinge verstarben, dass die SS die Toten im Freien aufhäufte, denn die Krematorien waren den ganzen Tag über ausgelastet.

Aus diesem lehrreichen Tag schließen wir, dass wir zwar nicht selbst am Holocaust schuld sind. Wir tragen aber die Verantwortung, dass sich so etwas Schlimmes nicht wiederholt.
Wir finden es sehr gut und hilfreich so eine Erfahrung sammeln zu dürfen.

Lucy-Marie Spiric, Georg Maier, Jan Förster, Oliver Hottmann, Jasmina Ohngemach

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