Erstmals Schüleraustausch mit Frankreich

Schüler/innen der GMS Neubulach und der GMS Althengstett verbringen spannende Tage in Südfrankreich

«Bienvenue dans le sud de la France» – Echange scolaire à Castries

25 Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschulen Neubulach und Althengstett verbringen eine Woche in Castries (Südfrankreich)

Einerseits voller Vorfreude und Tatendrang, andererseits etwas nervös und angespannt traten 25 Acht- und Neuntklässler der Gemeinschaftsschulen Althengstett und Neubulach den ersten Schüleraustausch mit dem Collège les Pins in Castries nahe Montpellier an. Nach einiger Vorbereitungszeit ging es zunächst am Dienstag, den 12. Februar mit dem Bus und anschließend ab Straßburg mit dem Zug nach Südfrankreich. Bei vielen Schülern war die Neugierde auf das Nachbarland deutlich spürbar. Denn die Gegend im Südosten Frankreichs war den Teilnehmern des Austausches unter anderem durch die Arbeit mit dem Schulbuch bereits bekannt. Viele konnten zumindest noch vage Produkte wie Lavendel, Oliven oder Honigmelonen sowie Sehenswürdigkeiten wie die Arena von Arles mit den Regionen Languedoc-Roussillon und der Provence in Verbindung bringen. Dennoch beschäftigten den einen oder anderen auch gewisse Unsicherheiten: Wie wird es sein, eine Woche in einer fremden Familie zu verbringen? Werde ich mich mit meinem Austauschpartner gut verstehen? Kann ich mich überhaupt gut genug auf Französisch verständigen?

Dass diese Sorgen letztlich unbegründet sein würden, zeigte sich bereits beim herzlichen Empfang durch die Gastfamilien am Bahnhof in Montpellier. Am darauffolgenden Tag durften die deutschen Gäste ihre französischen Austauschpartner in das Collège begleiten und deren Schulalltag mit allen Gemeinsamkeiten und Unterschieden miterleben.  Richtig interessant wurde es für viele dann am Donnerstag mit dem ersten Ausflug zu einer als la manade bezeichneten Stierfarm mit Führung. Im Anschluss war gutes Teamwork angesagt bei der gemeinsamen Stadtrallye mit den französischen Schülern in der Stadt Aigues Mortes, die vor allem eine beeindruckende mittelalterliche Stadtmauer zu bieten hat. Am nächsten Tag verbrachten diesmal nur die Besucher aus Althengstett und Neubulach einen Tag in Montpellier samt Stadtführung und freiem Aufenthalt in Kleingruppen zum Bummeln. Reichlich Zeit hatten die Jugendlichen am Wochenende, das ganz bewusst für Aktionen innerhalb der Gastfamilien von Programmpunkten frei gehalten wurde. Viele nutzten die beiden Tage etwa für Ausflüge ans Meer oder Treffen und Unternehmungen mit anderen Austauschpartnern. Dementsprechend gut erholt kamen die französischen und deutschen Schüler aus dem Wochenende, um sich am Montag wieder gemeinsam auf den Weg zum Pont du Gard zu machen. Diese von den Römern erbaute Sehenswürdigkeit, eines der berühmtesten Bauwerke in Frankreich, diente ca. 450 Jahre lang als Teil eines über 52 km langen Aquädukts, um die Stadt Nîmes mit Wasser aus Quellen nahe der Stadt Uzès zu versorgen. Nachdem die interessierten Besucher sogar auf dem obersten Bogen des Bauwerkes das Tal überqueren durften, ging es anschließend im Rahmen einer weiteren deutsch-französischen Stadtrallye nach Uzès. Zahlreiche Bauwerke dieser Kleinstadt sind als „monuments historiques“ anerkannt und dementsprechend jedes Jahr ein großer Touristenmagnet. Letztlich verging die Zeit für alle Beteiligten sehr schnell, denn am Dienstag, den 19. Februar traten die 25 Teilnehmer bereits wieder die Rückreise Richtung Heimat an. Nach einer letzten Verköstigung im Collège Les Pins mit Spezialitäten aus der Region und einem wehmütigen, teils tränenreichen Abschied, ging es erneut mit Bahn und Bus zurück nach Althengstett und Neubulach.  

Was bleibt, ist eine Woche mit vielen neuen Erfahrungen, die angesichts der Rückmeldungen nach dem Ende des Austausches sichtlich Eindruck auf die teilnehmenden Jugendlichen gemacht hat. So fällt etwa das Fazit von Robin (Klasse 8) sehr positiv aus: „Mir hat es gut gefallen, weil wir coole Sachen angeschaut haben. Ich hatte sehr viel Spaß!“. Auch Johanna (Klasse 8) „fand die Ausflüge besonders schön, weil man dadurch so viel von Südfrankreich sehen konnte“. Marie und Amelie (beide Klasse 8) betonten, dass „die Familie[n] sehr nett war[en]“ und zeigten sich zugleich erstaunt darüber, wie „ungewohnt“ und „anders“ die französische Schule im Vergleich zur eigenen zum Teil war. Sehr förderlich war die Woche in Castries nicht zuletzt auch für die persönlichen Sprachkenntnisse. So war Jette (Klasse 9) „überrascht, wie gut ich die Sprache verstanden habe und wie viel ich auf einmal Französisch reden konnte“.

Alles in allem war die Reise nach Südfrankreich somit dank der großen Gastfreundlichkeit der französischen Familien und der sehr guten Organisation seitens der Partnerschule in Castries ein voller Erfolg. Die Gemeinschaftsschulen Althengstett und Neubulach sowie insbesondere die 25 Teilnehmer freuen sich bereits auf den Gegenbesuch der französischen Austauschschüler Anfang April.

 Andreas Wolf

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